Versorgung, die wirklich trägt

Wenn eine Betreuungskraft allein nicht reicht

Eine gute Betreuungslösung muss für die betreute Person und für die Betreuungskraft dauerhaft tragfähig sein.

Deshalb vermitteln wir nicht um jeden Preis.

Wenn wir erkennen, dass eine einzelne Betreuungskraft den tatsächlichen Bedarf nicht nachhaltig und sicher abdecken kann, benennen wir das offen. Wir prüfen dann, welche weiteren Bausteine nötig sind. Wenn sich keine tragfähige Versorgung herstellen lässt, führen wir die Vermittlung nicht durch.

Ehrliche Einordnung

Wann eine Kraft allein an Grenzen kommt.

24-Stunden-Betreuung bedeutet Anwesenheit im Haushalt – nicht 24 Stunden Arbeit. Eine Betreuungskraft braucht Ruhezeiten, Freizeit und Nachtruhe. In den folgenden Situationen reicht eine Person allein oft nicht aus. Eine Diagnose ist dabei nie für sich ein Grund, eine Betreuung abzulehnen – entscheidend ist, wie der Alltag konkret aussieht.

01

Häufiger, kaum planbarer Nachtbedarf

Wer nachts regelmäßig mehrfach Hilfe braucht, nimmt der Betreuungskraft die Nachtruhe. Auf Dauer ist das für niemanden durchzuhalten.

Was helfen kann: Nachtpflege, ein Pflegedienst für die Nacht, feste Nachtdienste von Angehörigen oder ärztliche Abklärung der Ursachen.

02

Transfers, die zuverlässig zwei Personen brauchen

Kann jemand nur mit zwei Helfenden sicher aus dem Bett oder in den Rollstuhl, reicht eine Person allein nicht – zum Schutz beider.

Was helfen kann: Lifter, Pflegebett, Aufstehhilfen, Einweisung in Transfertechniken oder ein Pflegedienst zu festen Zeiten.

03

Nahezu durchgehender Beaufsichtigungsbedarf

Wenn die betreute Person kaum einen Moment allein bleiben kann, fehlen der Betreuungskraft echte Pausen.

Was helfen kann: Tagespflege an einzelnen Tagen, Angehörige für feste Zeiten, Betreuungsdienste nach § 45b SGB XI.

04

Wiederholte Selbstgefährdung oder Weglauftendenz

Riskantes Verhalten lässt sich von einer Person allein oft nicht dauerhaft auffangen.

Was helfen kann: Ärztliche und fachpflegerische Begleitung, Sicherungen im Wohnumfeld, Hausnotruf oder Ortungssysteme, abgestimmte Absprachen mit Angehörigen.

05

Umfangreiche medizinische Behandlungspflege

Betreuungskräfte sind keine Pflegefachkräfte. Behandlungspflege gehört in die Hände eines Pflegedienstes.

Was helfen kann: Ein ambulanter Pflegedienst übernimmt die verordnete Behandlungspflege, die Betreuungskraft den Alltag.

06

Zwei Personen mit gleichzeitig hohem Bedarf

Benötigen beide Partner zugleich intensive Unterstützung, übersteigt das schnell die Kraft einer einzelnen Person.

Was helfen kann: Pflegedienst für eine Person, Tagespflege, Hilfsmittel oder zusätzliche Entlastung durch Angehörige.

07

Ungeeignete Wohn- und Arbeitsbedingungen

Ohne eigenes Zimmer, Rückzugsort und verlässliche Freizeit kann eine Betreuungskraft nicht dauerhaft gut arbeiten.

Was helfen kann: Ein eigenes Zimmer einrichten, klare Freizeit- und Ruheregelungen vereinbaren, Wohnraum anpassen.

08

Körperlich stark belastende Versorgung ohne Hilfsmittel

Heben und Lagern ohne geeignete Ausstattung gefährdet die Gesundheit der Betreuungskraft und die Sicherheit der betreuten Person.

Was helfen kann: Pflegebett, Lifter, Duschstuhl oder Haltegriffe – häufig über die Pflegekasse bezuschusst.

Teammodell

Betreuung zu Hause ist oft Teamarbeit.

Die beste Lösung ist nicht immer eine einzelne Leistung. Oft entsteht Stabilität erst durch das Zusammenspiel.

Live-in-Betreuungskraft

Alltag, Struktur, Haushalt, Gesellschaft und Grundpflege im vereinbarten Rahmen.

Ambulanter Pflegedienst

Behandlungspflege und Fachpflege, etwa Wundversorgung, Injektionen oder Medikamentengabe nach ärztlicher Verordnung.

Angehörige

Wichtige Entscheidungen, Organisation und feste Zeiten, in denen sie die Betreuungskraft entlasten.

Tages- oder Nachtpflege

Feste Entlastungsfenster – tagsüber in der Einrichtung oder als Unterstützung in der Nacht.

Hilfsmittel & Wohnraumanpassung

Pflegebett, Lifter, Haltegriffe oder Rollator für sichere Transfers und ergonomisches Arbeiten.

Hausarzt, Fachärzte & Therapeuten

Medizinische Steuerung, Verordnungen und Therapie wie Physio- oder Ergotherapie.

Hausnotruf & weitere Dienste

Zusätzliche Sicherheit, zum Beispiel für Zeiten, in denen niemand direkt anwesend ist.

Aaltia vermittelt Betreuungskräfte. Pflegedienste, Tagespflege, Hilfsmittel oder ärztliche Leistungen erbringen wir nicht selbst – wir sprechen aber offen an, wenn ein solcher Baustein für eine stabile Versorgung nötig ist, und benennen, wo Sie ihn anfragen können.

Unsere Haltung

Wir sagen auch Nein, wenn es notwendig ist.

Eine Vermittlung ist für uns nur sinnvoll, wenn Aufgaben, Arbeitsbedingungen und Versorgung realistisch zusammenpassen. Wenn wesentliche Risiken trotz möglicher Ergänzungen nicht beherrschbar sind oder die Betreuungskraft dauerhaft Aufgaben übernehmen müsste, die eine einzelne Live-in-Kraft nicht leisten kann, vermitteln wir nicht.

Das betrifft zum Beispiel:

  • Transfers, die zwei Personen erfordern, ohne Hilfsmittel oder zweite Hilfe
  • Lückenlose Beaufsichtigung ohne jede Entlastung
  • Massive nächtliche Belastung ohne Nachtlösung
  • Fachpflege ohne eingebundenen Pflegedienst
  • Keine Rückzugsmöglichkeit und keine realistischen Ruhezeiten
  • Zwei sehr hohe Bedarfe ohne zusätzliche Unterstützung
  • Erhebliche Sicherheitsrisiken ohne tragfähiges Konzept

Unser Ziel ist nicht, möglichst viele Einsätze zu starten. Unser Ziel ist, dass eine Betreuungssituation auch nach Wochen und Monaten noch tragfähig ist.

Ein Nein betrifft nie die Person, sondern eine Versorgungskonstellation, die so nicht trägt – für die betreute Person ebenso wie für die Betreuungskraft.

Vor jeder Vermittlung

Wie Aaltia die Tragfähigkeit prüft.

Wir betrachten nicht nur, ob irgendeine Betreuungskraft verfügbar ist, sondern ob der konkrete Einsatz verantwortbar und langfristig besetzbar ist.

  • Mobilität & Transfers
  • Nachtsituation
  • Ruhe- und Freizeitregelung, Entlastung
  • Anzahl der betreuten Personen
  • Orientierung, kognitive Situation & Beaufsichtigung
  • Pflegeaufwand
  • Wohn- und Arbeitsbedingungen
  • Hilfsmittel
  • Externe Unterstützung: Pflegedienst, Angehörige

Nächste Schritte

Wenn die Situation noch nicht tragfähig ist.

1

Rahmenbedingungen verbessern

Hilfsmittel wie Pflegebett oder Lifter, ein eigenes Zimmer für die Betreuungskraft und eine klare Freizeitregelung machen viele Einsätze erst tragfähig.

2

Versorgung ergänzen

Ein Pflegedienst, Tagespflege, Unterstützung in der Nacht oder feste Zeiten von Angehörigen entlasten dort, wo eine Person allein nicht reicht.

3

Andere Versorgungsform empfehlen

Ist trotz Ergänzungen keine nachhaltige Live-in-Konstellation möglich, sagen wir das offen und nennen Alternativen wie eine stationäre Versorgung.

Wir unterstützen bei der Orientierung. Einen Platz in einer Einrichtung oder die Zusage eines externen Dienstes können wir nicht garantieren – darüber entscheiden die jeweiligen Anbieter.
Nachtversorgung, Pflegebett und Lifter können über Pflegekasse und Verordnungen bezuschusst werden – wir klären das gemeinsam.

Ist Betreuung zu Hause in Ihrer Situation tragfähig?

Beschreiben Sie uns die Situation ehrlich. Wir sagen Ihnen nicht nur, was möglich ist, sondern auch, wo zusätzliche Unterstützung nötig sein kann.

Lieber persönlich? Rufen Sie uns an · Mo–Fr 8–19 Uhr · Sa 9–14 Uhr